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Ernährung in der Schwangerschaft: Gesunde Kinderernährung beginnt im Mutterleib

August 2003
Das Ungeborene ist, was die Mutter isst!

Folsäure, Jod, Eicosane und L-Carnitin fördern die geistige und körperliche Entwicklung des Fötus
Eine gesunde Ernährung schon präkonzeptionell und während der Schwangerschaft ist eine Voraussetzung für einen risikoärmeren Schwangerschaftsverlauf und legt den Grundstein für eine optimale Entwicklung des Kindes auch nach der Geburt. Schwangere haben, bedingt durch das Wachstum des Kindes, der Placenta und des mütterlichen Gewebes, einen erhöhten Bedarf an vielen Nähr- und Wirkstoffen. Ist eine Schwangere mit speziellen Substanzen unterversorgt, schadet das nicht nur der Gesundheit der Mutter, sondern auch dem Ungeborenen. Während der Schwangerschaft schont sich die werdende Mutter bei Sport und Alltagsaktivitäten, verzichtet auf Sonnenstudio und Fernreisen. Auch Alkohol, Nikotin und große Kaffee-Mengen sind für die meisten Schwangeren tabu, einige essen wenigstens täglich Obst, aber damit hört das Wissen über gesunde Ernährung in der Schwangerschaft häufig schon auf. Schwangere müssen nicht nur auf Genussgifte verzichten, sondern sollten ihr Augenmerk vermehrt auf Wirkstoffe richten, die sich positiv auf die geistige und körperliche Entwicklung ihres Kindes auswirken, fordert die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Einige Wirkstoffe nehmen die Deutschen ohnehin nicht in bedarfsdeckender Menge auf. Dazu zählen das wasserlösliche Vitamin Folsäure, Jod sowie langkettige,mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren (Eicosane), wie sie vor allem in fettreichen Fischen vorkommen. Ein weiterer kritischer Wirkstoff ist L-Carnitin. In der Schwangerschaft steigt der Nähr- und Wirkstoffbedarf noch zusätzlich, und eine unzureichende Versorgung hat besonders weitreichende Folgen. Da das Ungeborene alle für sein Überleben und seine Entwicklung nötigen Nähr- und Wirkstoffe aus dem Blut der Mutter über die Placenta erhält, wirkt sich die Ernährung der Mutter entscheidend auf die Entwicklung des Ungeborenen aus.

Lebenswichtige Nähr- und Wirkstoffe sollte die Schwangere tatsächlich "für zwei" essen oder zumindest "für anderthalb". Reichlich frisches Gemüse und Obst liefert Vitamine undMineralstoffe, Milchprodukte sorgen für die Kalzium-Versorgung, hochwertige Pflanzenöle steuern lebensnotwendige Fettsäuren bei und komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe ausVollkornprodukten beugen Verstopfung und Gestationsdiabetes vor. Diese Lebensmittel bilden die Grundlage der täglichen Ernährung in der Schwangerschaft. Auch Fisch und Fleisch gehören regelmäßig auf den Speiseplan. Doch spezielle Wirkstoffe müssenbesonders beachtet und eventuell über Nahrungsergänzungsmittel substituiert werden, um Entwicklungsstörungen des Kindes vorzubeugen.

Folsäure schützt vor Neuralrohrdefekten
In den letzten Jahren ist Folsäure verstärkt ins Blickfeld der Ernährungsmedizin gerückt. Dieses wasserlösliche B-Vitamin ist an der Blutbildung, dem Zellwachstum sowie der Differenzierung von Zellen beteiligt. Eine Unterversorgung mit Folsäure kann beim Ungeborenen schwere Fehlbildungen, unter anderem Neuralrohrdefekte (offener Rücken, Kiefer-, Lippen-, Gaumenspalte) verursachen.Zahlreiche Studien belegen, dass durch eine rechtzeitige Substitution mit Folsäure dasRisiko von Neuralrohrdefekten um bis zu 80 Prozent reduziert werden kann (10). Der Normalbedarf von täglich 400 Mikrogramm Folsäure steigt in der Schwangerschaft durch die Neubildung kindlichen und mütterlichenGewebes auf 600 Mikrogramm an. Die Schließung des Neuralrohres erfolgt bereits zwischen der dritten und vierten Woche nachder Empfängnis, also zu einem Zeitpunkt, an dem vielen Frauen ihre Schwangerschaft noch nicht bewusst ist. Daher muss schon vor Beginn der Schwangerschaft eineausreichende Folsäure-Versorgung gewährleistet sein. Verstärkt wird die Problematik dadurch, dass die Einnahme hormonellerEmpfängnisverhütungsmittel zu verminderten Folsäurespiegeln beiträgt. Folsäure ist in größeren Mengen in grünen Blattsalaten und grünen Blattgemüsen, Hülsenfrüchten,Tomaten, Weizenkeimen und Vollkornprodukten enthalten. Folsäure ist jedoch ausgesprochen hitze- und oxidationsempfindlich und wird zudem leicht ausLebensmitteln ausgewaschen. Auch bei einer ausgewogenen Ernährung ist somit eine ausreichende Folsäure-Versorgung schwierig zu erreichen. Als einzige wirklich wirksame Präventionsmethode ist daher eine generelleSubstitution von täglich 400 Mikrogramm Folsäure bei allen Frauen, die schwanger werden können oder möchten, anzusehen. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin undDiätetik empfiehlt Schwangeren während der ersten drei Monate der Schwangerschaft die Einnahme von 600 Mikrogramm Folsäure-Äquivalent. Zu bevorzugen sind dabeiPräparate mit Depot-Wirkung.

Jod: Der Wirkstoff aus dem Meer
Deutschland gilt nach Definition der WHO als Jodmangelgebiet. Der tägliche Jodbedarf liegtbei 200 Mikrogramm. Die Deutschen nehmen jedoch durchschnittlich nur etwa die Hälfte auf (1). Während des ersten Schwangerschaftsdrittels steigt der Jodbedarf auf 230Mikrogramm, in der restlichen Schwangerschaft auf 260 Mikrogramm täglich an. Die bedeutendsten Jodlieferanten unsererErnährung sind Seefische wie Kabeljau, Schellfisch und Scholle. Für die gesamteBevölkerung ist generell der Einsatz vonjodiertem Speisesalz im Haushalt zuempfehlen. Dies ist seit kurzer Zeit auch mit Folsäure angereichert erhältlich. Jod ist wichtig für die Tätigkeit der Schilddrüse, die diesesSpurenelement für die Hormon-Herstellung benötigt. Schilddrüsenhormone unterstützen unter anderem die Entwicklung und Reifung des Nervensystems, aber auch der Knochen und anderer Gewebe. Erhält der Fötus zu wenig Jod, steigt das Risiko für Fehlgeburtensowie postnatale Mortalität, das Skelettsystem nimmt Schaden, bei starkem Jodmangel tretenverzögerte geistige Entwicklung, Hör- und Sprachstörungen auf. Empfehlenswert ist für Schwangere die Supplementation von täglich200 Mikrogramm Jod in Form von Tabletten. Langkettige Fettsäuren für Hirn und Augen Während sich die Substitution von Jod und Folsäure in der Schwangerschaft glücklicherweise immer mehr durchsetzt, wird denWirkungen der in fettreichem Seefisch enthaltenen Eicosane weiterhin praktisch keine Beachtung geschenkt. Eicosane sind langkettige, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die der Körper nicht selberherstellen kann und daher regelmäßig mit der Nahrung aufnehmen muss. Sie sind wichtige Bausteine von Gehirn- und Nervenzellensowie der Netzhaut des Auges. Sie beeinflussen bereits im Mutterleib die Entwicklung des kindlichen Zentralnervensystems und der Sehfähigkeit. InsbesondereDocosahexaensäure (DHA) spielt hierbei eine zentrale Rolle. Bei einer ausreichenden Versorgung mit Eicosanen zeigen Kinder bessere kognitive Fähigkeiten. Außerdem istdie Verarbeitung visueller Reize sowie die Koordinationsfähigkeit besser beziehungsweise früher ausgebildet (3). Zudem reduziert die Supplementation von Eicosanen das Risiko einer Frühgeburt (6). Vor allem während des letzten Schwangerschaftsdrittels wächst das kindliche Gehirn stark. In dieser Zeit speichert der Fötus täglich 50 bis 60 Milligramm DHA (7). Um den Fötus, aber auch das Ungeborene ausreichend mit langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (long-chain polyunsaturted fatty acids = LCP) zu versorgen, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit eine Aufnahme von 200 Milligramm DHA pro Tag während Schwangerschaft und Stillzeit (4). Eine ausreichende Eicosan-Aufnahme lässt sich durch den Verzehr von wöchentlich etwa 250 Gramm fettreichem Seefisch wie beispielsweise Hering oder Lachs sowie die Verwendung von eicosanhaltigen Arzneimitteln aus der Apotheke erreichen. Die Verwendung von Arzneimitteln hat den Vorteil, dass diese schadstoffkontrolliert sind. Mögliche Schwermetallbelastungen durch Fischverzehr werden somit umgangen. Auch nach der Geburt sollte auf eine ausreichende Versorgung des Neugeborenen mit LCP geachtetwerden. Ist die Mutter gut versorgt, finden sich auch ausreichend LCP in der Muttermilch. Säuglinge, die nicht gestillt werden, profitierenvon Säuglingsmilchnahrungen, die LCP enthalten.

L-Carnitin schützt vor Atemnot
In der Schwangerschaft können Frauen einen L-Carnitin-Mangel entwickeln, der die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden kann. Im Laufe der Schwangerschaft sinkt derPlasma-Carnitinspiegel kontinuierlich ab, besonders drastisch während des ersten Drittels (9). Carnitin hat eine Schlüsselfunktionim Energie- und Fettsäure-Stoffwechsel und wird daher in der Schwangerschaft vermehrt benötigt. Zudem scheiden Schwangere erhöhte Carnitin-Mengen über den Urin aus(9). L-Carnitin spielt bei der Entwicklung und Reifung der Lunge des Neugeborenen eine wichtige Rolle. Bereits in der Lunge des Fötusmuss ausreichend "Surfactant" gebildet werden. Dies ist für die spätere Atemarbeit unerläßlich. Ein Mangel an Surfactant wird alsUrsache für die Entstehung des Atemnotsyndroms (RDS) bei unreifen Neugeborenen diskutiert (5, 8). Carnitin wirdauch zur Therapie der Plazentainsuffizienz eingesetzt (2) und kann so Fehlgeburten vorbeugen. L-Carnitin kommt vor allem inFleisch, Fisch und in geringeren Mengen auch in Milchprodukten vor. Um einer Unterversorgung mit Carnitin vorzubeugen,kann eine Carnitinsubstitution (ein bis zwei Gramm täglich) in der Schwangerschaft durchaus sinnvoll sein, insbesondere wenn dieSchwangere sich vegetarisch ernährt. Natürlich steht in der Schwangerschaft wie auch sonst die gesunde Ernährung an erster Stelle. Tabletten können eine ausgewogene Lebensmittelauswahl nicht ersetzen. Doch vorallem Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften sowie Frauen mit schnell aufeinanderfolgenden Schwangerschaften sollten eine Supplementation in Betracht ziehen, da ihre körpereigenen Wirkstoffspeicher besonders stark beansprucht werden oder bereits entleertsein können. Eine ausreichende Versorgung von Mutter und Kind mit allen lebenswichtigen Nähr- und Wirkstoffen ist die beste Grundlagefür die Entwicklung gesunder Kinder.

Literatur:
1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung(DGE) e.V.: Ernährungsbericht 2000
2. Genger et al.: Carnitinspiegel während derSchwangerschaft. Carnitine levels inpregnancy. Zeitschrift für Geburtshilfe undPerinatologie 1988; VOL:192 (3); p.134-6
3. Hornstra G et al.: Essential fatty acids inpregnancy and early human development.Eur J Obstetrics, Gynecology andReproductive Biology 1995; 61 (1): 57-62
4. Koletzko B, Agostoni C, Carlson SE et al.:Long-chain polyunsaturated fatty acids(LC-PUFA) and perinatal development.Acta Paediatrica 2001; 90: 460-4
5. Lohninger A et al.: Animal experient andclinical studies of the significance ofcarnitine for energy metabolism inpregnant patients and the fetus during thepre- and perinatal period. Wien KlinWochenschr 1996; 108 (2): 33-39
6. Olsen SF, Secher NJ, Tabor A, et al.:Randomised clinical trials of fish oilsupplementation in high risk pregnancies.Brit J Obstet Gynaecol 2000; 107:382-395.
7. Reglin F: Omega-3-Fischöl Natursubstanz mit interessantemWirkprofil. PRAXIS-telegramm 2000; 5: 32-35
8. Salzer et al.: Alternativen zurCortisontherapie. Erste klinischeErfahrungen mit einer Carnitin-Betamethason-Kombination zurStimulation der fetalen Lungenreife.Wiener klinische Wochenschrift 1983;VOL:95 (20); p.724-8
9. Schoderbeck et al.: Pregnancy-relatedchanges of carnitine and acylcarnitineconcentrations of plasma and erythrocytes.Journal of perinatal medicine 1995;VOL:23 (6); p.477-85
10. The MCR Vitamin Study Research Group.Prevention of neural tube defects: Resultsof the medical research council vitaminstudy. The Lancet 1991; 338: 131-137

siehe auch



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